Reinigung, Wartung und Überwachung: Welche PV-Dienstleistungen sind sinnvoll?

Photovoltaik-Anlagen sollen dem Besitzer zum einen den versprochenen Ertrag bringen und zum anderen ihren Teil zur Energiewende beitragen. Effektiv ist das nur, wenn die Anlage in einem möglichst guten Zustand ist. Wie jedes andere technische Gerät sind auch Solar-Anlagen normalem Verschleiß und Abnutzungserscheinungen ausgesetzt.
Welche Instandhaltungs- und Instandsetzungsleistungen sind sinnvoll und kosteneffizient? Wir geben Ihnen einen Überblick über die am häufigsten gebuchten PV-Dienstleistungen Reinigung, Wartung und Überwachung:

Reinigung

Fast jeder Betreiber einer solchen Anlage hat sich schon einmal mit dem Thema Reinigung auseinandergesetzt. Dabei werden Verschmutzungen durch Vogelkot oder Staub aus der Umgebung entfernt. Je nach Art und Grad der Verschmutzung ist die Photovoltaik-Reinigung in unterschiedlichen Abständen durchzuführen. 

Wann sollte ich meine Anlage reinigen?

Diese Frage kann man eigentlich nur folgendermaßen beantworten: Es kommt drauf an! Photovoltaik-Anlage ist nicht gleich Photovoltaik-Anlage. Verschiedene Faktoren spielen bei der Bestimmung des optimalen Intervalls für die Photovoltaik-Reinigung eine Rolle:

1. Neigung

Zunächst einmal ist der Winkel, in dem die Module auf dem Dach oder dem Boden aufgestellt sind, entscheidend. Eine rudimentäre „Reinigung“ der Module findet nämlich durch den natürlich auftretenden Niederschlag statt. Anlagen mit einer großen Neigung (über XX Grad) werden so von dem Großteil der Verschmutzungen befreit. Ist der Winkel jedoch niedriger als diese Grenze, so sammeln sich die durch den Niederschlag abgetragenen Verschmutzungen am unteren Rand des Moduls und bilden mit der Zeit eine dichte, schwer zu entfernende Kruste. Diese ist gefährlicher als eine leichte Staubschicht über dem ganzen Module, da hierdurch eine komplette Verschattung der darunter liegenden Zellen entsteht. Diese kann zu Hotspots und Modulausfall führen.

„Vogelkot, ländliche Gegenden, Blütenstaub und zu geringe Dachneigung sind häufige Ursachen für die Verschmutzung von Photovoltaikanlagen.“

Stefan Findeiß / sol aid GmbH

2. Umgebung

Neben der Neigung der Module trägt die Umgebung der Photovoltaik-Anlage maßgeblich zum Verschmutzungsgrad und damit zur Notwendigkeit einer regelmäßigen Reinigung bei. In Industriegebieten und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten befinden sich erhöhte Mengen von Staub in der Umgebungsluft. Dieser setzt sich auf den Modulen hab. Dies führt zu der Ablagerung einer schwarz-grauen Schicht, die die Leistungsfähigkeit der Module beeinflusst und mit der Zeit zu dauerhaften Defekten führen kann.

In ländlicher Umgebung ist vornehmlich auf Vogelkot, Blätter und Baumnadeln als mögliche einschränkende Faktoren zu achten. Länger nicht entfernter Vogelkot führt aufgrund seiner ätzenden Eigenschaften zu Schäden an der Moduloberfläche, die Hotspots zur Folge haben kann.

Sollten diese Umständen bei Ihrer Anlage vorliegen, ist eine Photovoltaik-Reinigung mindestens einmal pro Jahr zu empfehlen.

3. Lage

Wie schon erwähnt, kann regelmäßiger Niederschlag die Notwendigkeit einer Reinigung verringern. Photovoltaik-Anlagen in niederschlagsreichen Gegenden müssen demnach tendenziell weniger häufig gesäubert werden, Anlagen in trockenen Gebieten häufiger.

Als Faustregel kann man sich merken: Alle 1-2 Jahre sollte man reinigen. Oder wenn man einen Ertragsverlust bemerkt. Bevor man sofort das Unternehmen für Photovoltaik-Reinigung anruft, macht es Sinn, den Grund für den Ertragsverlust festzustellen. Dies ist einfach und schnell mit einer Thermografie möglich (mehr Informationen dazu gibt es hier).

Mehr Informationen zur Reinigung, vor allem zu Arten und Risiken der verschiedenen Reinigungsmöglichkeiten, finden Sie hier.

Wartung

Eine der am weitesten verbreiteten PV-Dienstleistungen ist die regelmäßige Wartung durch einen Elektriker oder Installateur im Rahmen eines Wartungsvertrags. Der Begriff Wartungsvertrag bedeutet jedoch nicht immer dasselbe. Die Leistungen, die davon umfasst sind, unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, und das nicht zu knapp. Für den (oftmals) unwissenden Anlagenbesitzer ist nicht einzusehen, welche der Leistungen tatsächlich notwendig ist und für welche er „Geld aus dem Fenster schmeißt“. Da es sich bei der PV-Anlage häufig nicht nur um einen Beitrag zur Energiewende, sondern eben auch um ein Investment handelt, ist das nicht wünschenswert.

Überwachung

Der Ertrag einer Anlage sollte stets im Auge behalten werden, um gegebenenfalls auftreten Defekte frühzeitig zu erkennen und so größere Verluste zu verhindern. Einige Wechselrichter-Hersteller liefern eine Überwachungssoftware/Monitoring zusammen mit dem Wechselrichter, wie z.B. SMA.

Das am häufigsten genutzte Werkzeug zur Überwachung ist SolarLog. Dafür wird ein Gerät am Wechselrichter angebracht, welches die Erträge aufzeichnet und darstellt.

Für den Betreiber ist die Frage, ob er höchstpersönlich jeden Tag die Erträge vergleichen möchte oder ob er diese Aufgabe einem Elektriker überträgt.

Inspektion

Eine Inspektion ist zur Bestimmung des Zustands der Solar-Anlage in regelmäßigen Abständen sinnvoll. Groß-Anlagen-Besitzer tun dies meist einmal pro Jahr, für Betreiber von kleineren Anlagen sollte auch eine Inspektion in jedem zweiten Jahr ausreichen.
Eine Thermografie-Inspektion ist ein detailgenauer und (dank Drohnentechnologie) kostengünstiger Weg, die Auffälligkeiten und Defekte einer Anlage festzustellen.

Der Mehrwert gegenüber einer jährlichen Wartung liegt dabei vor allem im Detail. Thermografie zeigt dem Besitzer genau auf, welches Modul welche Auffälligkeit oder welchen Defekt aufzeigt. Der Auswertungsbericht ist dann in der Form direkt an den Elektriker oder Installateur weiterzuleiten, um die entsprechenden Schritte einzuleiten.

Wenn Sie Interesse an der Maximierung Ihrer Erträge haben und noch keine Thermografie gemacht haben, können Sie sich die Preisliste, einen Musterbericht und ein kostenloses Angebot hier einholen.

Viola Hoffmann 03-04-2018
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Anlagenkapazität:
kWp
Einspeisevergütung:
Zustand der Solaranlage:
normal schlecht sehr schlecht

Normal: Die Solaranlage weist einige kleinere technische Defekte auf

Schlecht:Solaranlage weist einige signifikante Auffälligkeiten auf, die die Effizienz verringern

Sehr schlecht: Solaranlage mit erheblichen Defekten z.B. ausgefallene Strings

Möglicher Jahresmehrertrag:
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