Ratgeber: Photovoltaik-Reinigung

Eine Solar-Anlage erzeugt Strom solange die Sonne scheint. Mit der Zeit verschmutzt sie. Beläge und aggressive Ablagerungen können die Oberflächen von Photovoltaikanlagen beschädigen. Dies hindert das Sonnenlicht am Durchscheinen. Die Leistung und somit der Ertrag aus der Einspeisevergütung sinkt. Eine regelmäßige Überprüfung der Photovoltaikmodule mit einer Drohne kann diesem Prozess vorbeugen.

Müssen Photovoltaik-Module gereinigt werden?

Bei allen schräg aufgestellten Anlagen und insbesondere bei Dachanlagen mit hoher Neigung sorgt Regen dafür, dass Verschmutzungen, wie zum Beispiel Blütenpollen, Bau- und Arbeitsstaub in Landwirtschaftsbetrieben, an das untere Ende der Module geschwemmt werden. Hier bilden sich dann stärkere Verschmutzungen, wodurch die Leistung (kWh) der Photovoltaik-Anlage teilweise stark gemindert wird.

"Je nach Standort und Gebäudeart geben wir die Empfehlung einmal im Jahr, eventuell auch alle 2 Jahre zu reinigen."

Stefan Rautenberg / B.O.S. ENERGY-SERVICE GMBH & CO. KG

Verschmutzte Solarmodule
Verschmutzte Solarmodule

"Vogelkot, ländliche Gegenden, Blütenstaub und zu geringe Dachneigung sind häufige Ursachen für die Verschmutzung von Photovoltaikanlagen."

Stefan Findeiß / sol aid GmbH

Ob eine Solarreinigung überhaupt notwendig ist, zeigt unter anderem der Blick auf den Stromzähler. Doch eine genauere Aussage kann nur durch eine Inspektion, zum Beispiel mit einer Drohne, getroffen werden (siehe auch “Schäden ermitteln mit Thermografie”). Deuten die Ergebnisse auf Ertragsverluste hin, kann es sein, dass eine Solarreinigung notwendig ist oder andere technische Defekte repariert werden müssen. Ob und wie stark Photovoltaikanlagen verschmutzen, hängt von der Umgebung ab, in der sie aufgestellt sind. Industriegebiete und Gebäude der Landwirtschaft sind oft viel Staub ausgesetzt und benötigen eine häufige Solarreinigung. Auch stark befahrene Straßen in Großstädten und Umgebung können eine schwarz-graue Schicht an Fassade und Solarmodulen hinterlassen. Unter solchen Umständen sollten Photovoltaikanlagen mindestens einmal jährlich von Verschmutzungen befreit werden. In Gegenden mit wenig Schmutzbelastung in der Luft werden die Anlagen dennoch von Bäumen und Tieren verunreinigt. Ätzender Vogelkot und Baumnadeln sollten regelmäßig entfernt werden um milchige Stellen in der durchsichtigen Oberfläche der Photovoltaikmodule zu vermeiden.

"Eine Solarreinigung lohnt sich schnell, wenn die Ertragsverluste höher sind als die Reinigungskosten."

Matthias Raffin / Geba GmbH

Einige Hersteller werben mit dem sogenannten “Selbstreinigungseffekt”. Das trifft leider nicht in allen Fällen zu. Gerade zwischen Modulrahmen und Glas sammeln sich gern Ablagerungen, welche schwer zu entfernen sind. Bei geringer Dachneigung bleibt Schmutz und Schnee ebenfalls auf der Solaranlage liegen. Verschiedene Faktoren beeinflussen den Selbstreinigungseffekt von Solaranlagen:

  • Standort
  • Grad und Art der Verschmutzungen
  • Nähe zu Bäumen
  • Häufigkeit und Menge von Tieren auf dem Dach
  • Dachausrichtung oder Himmelsausrichtung der Anlage
  • Modulneigung / Dachneigung
  • Oberflächenmaterial der Module
  • Gesamtzustand der Oberfläche

Wurde die Reinigung der Anlage einmal unsachgemäß durchgeführt und die Oberfläche ist verkratzt oder anderweitig angegriffen, sammeln sich Schmutzpartikel viel schneller auf den Photovoltaikmodulen.

"PV-Anlagen werden durch natürliche Umwelteinflüsse verschmutzt, zum Beispiel Laub, Blätter, Pollenflug, Rußablagerungen von Holzheizungen usw."

Werner Hinterseer / Lambda GmbH & Co. KG

Verschmutzt oder defekt?

Nicht immer liegt die Ursache der Ertragsverluste bei den Verschmutzungen. Defekte und beschädigte Module liefern auch weniger Energie. Eine Thermografie Analyse mit einer Drohne schafft Klarheit und sollte vor der Planung einer umfangreichen Solarreinigung durchgeführt werden, um defekte Zellen und Module zu identifizieren (siehe auch “Photovoltaik-Wartung”).

"Häufige Defekte entstehen an den Zellen selbst, fehlerhaften Schaltungen, defekten Leitungen, defekten Module oder einem defekten Wechselrichter. Bei der Inspektion mit einer Wärmebildkamera per Drohne werden solche Fehler sichtbar gemacht."

Felix Grimm / GrimmSystems GbR

Die beste Zeit zum Reinigen

Das Frühjahr eignet sich optimal für die Durchführung einer Solarreinigung. Achten Sie in ländlichen Gegenden auf lokale Pollenfluginformationen. Eine Solarreinigung empfiehlt sich nachdem stärkere Pollenflüge verweht sind. Doch auch im Herbst ist es ratsam Blätter von der Anlage zu entfernen. Ab einem Neigungswinkel von 12 bis 15 Grad rutscht der Schnee mit etwas Glück von selbst herunter. Bei begehbaren Solaranlagen kann bei frischem Schnee mit einem weichen Besen vorsichtig nachgeholfen werden. Ist die Schneelast höher oder die Schicht schon angetaut und erneut gefroren, sollte man davon absehen. Es können, je nach Modul, Kratzer auf der Oberfläche und Schäden an der Rahmendichtung entstehen. Meist lohnen sich die Morgenstunden für eine Solarreinigung am besten, da die Sonne dann noch nicht so stark ist. Wasser und Reinigungslauge trocknen dann nicht so schnell, was sonst unschöne Schlieren hinterlassen kann.

Womit wird gereinigt

Leicht zu erreichende Photovoltaik-Module werden mit einer Teleskopstange mit Bürste und fließend Wasser gesäubert. Ökologische Gründe sprechen dafür. Bei schwer zugänglichen Dächern werden Hilfsmittel, wie Roboter oder automatische Systeme verwendet. Der Einsatz von entmineralisiertem Wasser ist dabei stark umstritten. Es wird vermutet, dass es die Oberfläche angreift und blinde Flecken erzeugt. Klares Wasser reicht in den meisten Fällen für eine gute Sauberkeit aus und erzeugt bei korrekt durchgeführter Solarreinigung auch keine Schlieren auf den Oberflächen. Im Normalfall werden keine aggressiven Chemikalien benötigt. Fachbetriebe setzen Reinigungsmittel in der Regel nur punktuell und sparsam ein, auch der Umwelt zuliebe. Achten Sie in jedem Fall auf die Pflegehinweise des Herstellers.

"Die beste Zeit zum Reinigen ist im Frühling von März bis Mai. Meist ist dann noch der Dreck vom Winter drauf. Kommt der runter ist die Anlage fit für den Sommer."

Stefan Gerauer / Elektrotechnik & Photovoltaik Meisterbetrieb Stefan Gerauer

"Nur mit speziellen Reinigungsgeräten und vor allem auch den passenden Reinigungsmitteln ist eine materialschonende und wirksame Reinigung möglich. Andernfalls ist die Gefahr gegeben mehr Schaden als Nutzen anzurichten."

Stefan Jakob / enerix® Franchise GmbH & Co KG

Vorgeschichte der Photovoltaikanlage

Schon bei der Installation werden PV-Module nicht selten unsachgemäß behandelt. Oft werden die Module während der Installation betreten, was mitunter Zellbrüche verursacht und die beste Dachausrichtung und geplante kWp-Angaben zunichte macht. Sie sind in den Thermografie-Aufnahmen als sogenannte Hotspots zu erkennen. Solche Hotspots mindern den Ertrag aus der Einspeisevergütung. Daher sollten Solarmodule prinzipiell nicht betreten werden. Auch eine unsachgemäße Solarreinigung kann zu langfristigen Schäden an Photovoltaikanlagen führen und Ertragsverluste verursachen.

"Wenn man einen Solarteur mit der Reinigung beauftragt, bekommt man oft auch eine Sichtprüfung der Anlage mit dazu. Das ist ein nicht zu unterschätzender Mehrwert."

Robert Wechselberger / neo Neue Energien Oberbayern GmbH

Die Preise einer Solarreinigung

Je nach Beschaffenheit und Art der Solaranlage schwanken die Preise von 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus mit einer Anlage bis 15 kWp fallen etwa 300 bis 400 Euro an. Bei einer Erstreinigung durch einen Betrieb sind die Kosten meist etwas höher, da die Verschmutzungen oft stärker sind oder die Module durch vorhergehende unsachgemäße Solarreinigung eine Vorbehandlung benötigen. Dies ist meist ein pauschaler Aufschlag, der bei Folgereinigungen des selben Anbieters entfällt. Eine Preisliste findet sich bei den meisten Anbietern auf der Website und sollte einen transparenten Überblick über die Preisstruktur geben. So können Sie die ungefähren Kosten durchrechnen und sich vorab einen Überblick über die Kosten verschaffen.

"Wie bei allen Arbeiten hängt der Preis natürlich immer vom Aufwand ab. Bei kleineren Anlagen auf Einfamilienhäusern beginnen die Kosten ab einigen hundert Euro. Bei größeren Anlagen auf Industriehallen sollte man mit Kosten von ca. 1€ bis 3€ pro Quadratmeter rechnen."

Stefan Jakob / enerix® Franchise GmbH & Co KG

Noch mehr spart man durch Abschluss eines Wartungsvertrages. Bei einer regelmäßigen Reinigung und Überprüfung der Solar-Anlage kann Ihr Servicepartner langfristig besser kalkulieren, günstigere Preise realisieren und Ihr System vor absehbaren Schäden bewahren.

Insbesondere bei größeren Anlagen lohnt sich eine PV-Thermografie mit Drohnen durch ucair, um festzustellen, ob und wenn ja welche Teile der Anlage überhaupt gereinigt werden müssen. Manchmal ist eine Verschmutzung nämlich gar nicht der Grund für einen unterdurchschnittlichen Ertrag, da einige Module einfach nicht korrekt angeschlossen oder kaputt sind und ausgetauscht werden müssen.

Gute und schlechte Reinigungsgeräte

Durch professionelle Photovoltaik-Reinigungsgeräte wird viel Zeit eingespart. Lohnen sich solche Geräte für eine eigene Anlage oder sollte man dafür Fachbetriebe beauftragen? Wir klären auf bevor Sie teure Geräte kaufen oder mieten.

"Rotierende Bürsten sind umstritten. Bei Tellerbürsten können Schäden an der Dichtung der Module entstehen. Die von uns verwendete Bürste ist eine Walzenbürste mit besonders weichen Borsten. Schäden an Modulen sind damit bei uns bisher noch nicht entstanden."

Robert Wechselberger / neo Neue Energien Oberbayern GmbH

Welche Geräte gibt es und welche eignen sich?

Einfache Reinigungsgeräte gibt es schon für den Preis von zehn Euro. Eine Autowaschbürste oder vorhandenes Equipment zur Reinigung können zum Einsatz kommen. Dennoch: Eine Photovoltaik-Anlage sollte nicht mit ausrangiertem oder zweckentfremdetem Werkzeug behandelt werden. Neue Bürsten und eine ordentliche Ausrüstung rentieren sich durch längere Haltbarkeit ihrer Anlage. Billige Ausrüstung birgt ein höheres Risiko für Schäden bei der Photovoltaikreinigung und ist dann sein Geld nicht Wert.

  • Eine Photovoltaik-Reinigungsbürste hat spezielle weiche Borsten, um die Oberflächen nicht zu beschädigen. Sie ist für Anlagen auf begehbaren Dächern mit geringer Dachneigung und solche, die mit einer Leiter erreicht werden können, gut geeignet. Die Kosten für eine Teleskopbürste mit Zubehör beginnen bei circa 100 Euro.
  • Photovoltaik-Reinigungsroboter fahren selbständig über die Solaranlage und reinigen ihre Oberfläche. Sie eignen sich jedoch nicht für jede Photovoltaik-Anlage. Fährt der Roboter direkt auf den Modulen herum und hat einen Kettenantrieb oder schleift Dinge mit, können Kratzer entstehen. Generell sind rotierende Bürsten, wie sie viele dieser Geräte verwenden, umstritten. Zudem sind Reinigungsroboter sehr preisintensiv. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf circa 4.000 Euro und mehr.
  • Automatisierte Photovoltaik-Reinigungssysteme eignen sich fast nur für PV-Großanlagen, bei denen eine manuelle Photovoltaikreinigung sehr kostenintensiv ist. Die Preise sind stark abhängig von der Größe und der Beschaffenheit der Anlage.

Was bei der Reinigung einer Photovoltaikanlage vermieden werden sollte:

  • Betreten der Module. Niemals auf Photovoltaikmodule treten, setzen, legen oder Dinge darauf abstellen! Sie können dadurch beschädigt werden und verlieren dann dauerhaft Leistung oder stellen den Dienst ganz ein.
  • Durch Hochdruckreiniger kann Wasser bei der Photovoltaikreinigung in das Modulgehäuse eintreten und Anbauteile, Rahmen oder Dichtungen beschädigen. Viele Hersteller schließen Schäden, die dadurch verursacht werden, von der Gewährleistung aus.
  • Aggressive Reinigungsmittel beschädigen die Oberfläche der Photovoltaikmodule. Ertragsverluste sind oft die Folge. Verwenden Sie zur Reinigung, wenn möglich, einfach klares Wasser.
  • Rotierende Bürsten hinterlassen schnell Kratzer auf der Oberfläche. Die Bedienung erfordert viel Erfahrung und sie sollten nicht pauschal auf der ganzen Fläche angewendet werden.
  • Starke Sonneneinstrahlung lässt Wasser und Reinigungslösung schnell trocknen und kann einen milchigen Film und Schlieren auf der Oberfläche der Photovoltaikmodule hinterlassen. Besser die Solarreinigung morgens oder abends durchführen, wenn die Sonne schwächer ist.
  • Zu früh reinigen kann von Nachteil sein. Stehen die Herbststürme noch bevor oder steht der Pollenflug der umliegenden Felder noch aus, sollte man abwarten.

"Wir benutzen spezielle Bürstensysteme. Je nach Beschaffenheit der zu reinigenden Anlage werden manuelle oder maschinelle Geräte eingesetzt."

Brigitte Rudolph / Sonnenkönig - Solar & Energiespar-Technik

Eine professionelle Photovoltaik-Reinigung:
Firmen und Fachbetriebe finden

Gute Standorte vermindern zwar die Anforderungen der Reinigung einer Photovoltaik-Anlage, vernachlässigen sollte man sie dennoch nicht. Bei einer regelmäßigen Überprüfung, wird Ihre Photovoltaik-Reinigungsfirma Sie darauf hinweisen, wann und wie oft eine Solarreinigung bei Ihnen durchgeführt werden sollte.

 

Wichtig bei der Auswahl einer Reinigungs- und Wartungsfirma:

  • Erfahrung mit eingesetztem Hersteller, Modultyp und deren Reinigungsvorgaben
  • Preistransparenz - feste Preise, keine versteckten Kosten wie z.B. Anfahrt
  • Detaillierte Dokumentation

“Man sollte darauf achten ein Unternehmen zu wählen, dass speziell auf die Reinigung von PV-Anlagen eingerichtet ist. Eine Osmoseanlage und ein spezielles Fahrzeug gehören dazu.”

Matthias Raffin / Geba GmbH

Photovoltaik-Reinigung selbst durchführen

Die Solarreinigung sollte den Fachbetrieben überlassen werden. Es empfiehlt sich eine Photovoltaik-Reinigungsfirma zu beauftragen.

Solaranlagen, gerade auf Hausdächern, sind sensible Systeme, daher sollten sich nur Experten und darauf spezialisierte Unternehmen um die Reinigung, Inspektion und Reparatur kümmern. Denn nicht nur die Anlage selbst, sondern auch das Dach und darunter liegende Wohngebäude können durch unbedarfte Schritte beschädigt werden. Bei fahrlässiger Solarreinigung und möglicherweise selbstverschuldeter Beschädigung haftet der Hersteller nicht für Defekte und es entstehen Ihnen Verluste und Mehrkosten. Bei der Solarreinigung ist darauf zu achten, dass die Reinigungsempfehlungen ihres Modul-Herstellers eingehalten werden.

"Prinzipiell kann man die Reinigung auch selbst durchführen. Man benötigt allerdings Gerüste, mobile Hebebühnen oder Kräne und spezielle Reinigungsgeräte mit Teleskopstilen. Auf das blanke Dach sollte man nicht steigen. Eine Absicherung ist unbedingt erforderlich."

Felix Grimm / GrimmSystems GbR

Durchführung

Beauftragt man keine Firma und reinigt selbst, gibt es neben dem Hinweis zur Versicherung und Gewährleistung noch andere hilfreiche Tipps.

  1. Unterschätzen Sie nicht die Absturzgefahr! Einen Sturz aus mehreren Metern sollte niemand riskieren. Oft sind die Photovoltaikmodule schwer erreichbar auf dem Dach angebracht. Auf Gebäuden mit relativ flacher Dachneigung kann man die Dachfläche meist betreten und eine Solarreinigung ist ohne größere Absturzgefahr möglich. Bei Gebäuden mit starker Dachneigung, auf denen man nicht laufen kann, bleibt als Zugang oft nur eine Dachluke, ein Dachfenster oder ganz klassisch die Leiter mit Sicherung. Wenn Sie von dort alles erreichen können, steht der eigenständigen Reinigung wenig im Weg. Dennoch: wir raten von der eigenständigen Solarreinigung ab und empfehlen PV-Anlagen ausschließlich durch Fachbetriebe reinigen zu lassen.
  2. Bei ordnungsgemäß installierten Anlagen brauchen Sie in der Regel keine Sorge um einen Stromschlag zu haben. Die meisten Photovoltaik-Module sind mindestens nach der Norm IP65 gegen Wasser und Staub geschützt. Dennoch: Photovoltaik-Module produzieren immer Strom, auch wenn angeschlossene Speicher oder Sicherungskästen dahinter abgeschaltet sind. Erst wenn gar keine Sonnenstrahlung mehr das Modul erreicht, stoppt die Stromproduktion. Bei Lücken in der Isolierung von Verkabelung und Gehäusen sollte von einer Solarreinigung abgesehen werden bis diese Mängel behoben sind. Eine Inspektion der Anlage durch Fachbetriebe ist auch vor einer selbständigen Reinigung sinnvoll, um Defekte an elektrischen Verbindungen und die Gefahr eines Stromschlages auszuschließen.

"Wir raten davon ab selbst zu reinigen. Es besteht Lebensgefahr durch einen Absturz."

Eduart Sela / Sela Photovoltaik GmbH

Photovoltaik-Wartung

Eine regelmäßige Überprüfung ist ein wichtiger Faktor für den funktionellen Erhalt der Eigenschaften von Photovoltaikanlagen. Es empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle, welche alle zwei bis maximal drei Jahre durchgeführt werden sollte.

"Eine Wartung der Anlage sollte jährlich durchgeführt werden, damit die
prognostizierten Erträge auch erreicht werden und eventuelle Defekte
von Wechselrichtern oder Photovoltaik Modulen frühestmöglich erkannt werden können."

Werner Hinterseer / Lambda GmbH & Co. KG

Schäden ermitteln mit Thermografie

Solarmodule werden schon seit vielen Jahren im Labor oder begleitend in der Produktion

mit Hilfe von Thermografie auf Fehler untersucht. Optisch sind diese Fehler kaum oder gar nicht sichtbar. In der Thermografie können mit einer infrarot-sensiblen Kamera kleinste Temperaturunterschiede gemessen werden. Diese Temperaturunterschiede zeigen, je nach Größe und Ausprägung, in der Regel Defekte oder Systemfehler an.

PV-Anlagen absorbieren einen Teil der von der Sonne abgegebenen Strahlung und erzeugen auf diesem Weg Strom. Der nicht-absorbierte Teil der Strahlung wird reflektiert. Die Thermografie-Kamera empfängt und misst die reflektierte Strahlung und stellt diese in Temperaturform dar. Ist ein Modul defekt, kann es keine Strahlung absorbieren und reflektiert dadurch die komplette Strahlung – diese Auffälligkeit misst die Thermografie-Kamera und hält sie fest.

Die anschließende Reparatur der gefundenen Fehler hängt ganz vom Fehlertyp ab. Ist ein String ausgefallen, kann dies an komplett defekten Modulen liegen; dann sind diese auszuwechseln. Ebenso reicht allerdings eine falsche Steckverbindung dafür, dass ein String keine Leistung bringt. Hier reicht eine Überprüfung der Steckverbindung.

Typische Fehler bei Photovoltaikanlagen
Thermografieaufnahmen verschiedener Fehlertypen

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“ucair hat ein Netzwerk an erfahrenen Piloten für die Photovoltaik-Inspektion. Eine Solar-Überprüfung via Drohnen kann deutschlandweit und kostengünstig durchgeführt werden.”

Marian Krüger / ucair GmbH

Die Kosten einer Überprüfung

Eine Inspektion und Wartung sollte sich an der Anlagenkapazität orientieren und preislich transparent sein. Einige Hersteller erklären sich bereit, von Ausfällen betroffene Module gegen Nachweis auszuwechseln. Thermografie-Aufnahmen sind eine Möglichkeit, diesen Nachweis zu erbringen. Bei ucair kostet Sie eine PV-Inspektion mit Drohnen ab 199 Euro und beinhaltet neben der Befliegung Ihrer Anlage vor Ort eine detaillierte Analyse sowie einen Ergebnisbericht (siehe “Ablauf einer Analyse”).

Solarcheck Beispiel
Solarcheck Beispiel

Die häufigsten Fehler und Defekte

Nicht nur der Eigenverbrauch oder die Zwischenspeicherung in einem Stromspeicher senken den Ertrag aus der Einspeisevergütung. Verschiedene weitere Faktoren können die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Anlage und die Erträge zusätzlich reduzieren. Einer davon ist schlechtes Wetter. Es kann auch vorkommen, dass der Wechselrichter sowie andere Elemente kaputtgehen und Leistungen sich dadurch mindern.

"Die häufigsten Probleme sind Ausfälle von Wechselrichtern oder Modulen, Hagelschäden oder Marderschäden. Ertragseinbußen sind dann die Folge."

Dipl.- Ing. Susanne Cramm-Bonabi / cbe SOLAR

Folgende Fehler können an einer Photovoltaikanlage auftreten:

Hotspots
Hotspots werden verursacht durch: Zellriss, Zellbruch, Verschmutzung, andere Defekte.
Fehlerhafte Bypass Diode
Durch eine defekte Bypass Diode fällt ein gesamter Substring aus.
Ausgefallener String
Ausgefallener String: Mehrere in Reihe geschaltete Module im Leerlauf.

Weitere typische Fehler

Modulverschattung / Modulverschmutzung
Sie werden verursacht durch Planungsfehler, Verschmutzung oder benachbarte Bebauung. Eine Beeinträchtigung der Leistung des gesamten Substrings und der Leistung aller in Reihe geschalteter Module ist die Folge.

Modulausfall
Das Modul befindet sich im Leerlauf.

Defekter Wechselrichter
Alle an dem Wechselrichter angeschlossenen Photovoltatikmodule sind im Leerlauf.

Verdacht auf PID
(Potential Induced Degradation)
Eine durch Streustrom oder Leckstrom erzeugte Modulbeschädigung.

"Eine Sichtprüfung der Anlage ist hin und wieder ganz gut. Oft kann man so Schäden wie Hotspots und Delamination an Modulen erkennen, die sonst unentdeckt bleiben. Generell sollte man aber die Anlage einem gründlichen Check unterziehen, wenn man durch Minderertrag einen Verdacht auf einen Fehler hat."

Robert Wechselberger / neo Neue Energien Oberbayern GmbH

Ablauf einer Analyse

Den zentralen Teil der Inspektion einer Photovoltaikanlage, die Überprüfung der Funktion und Effizienz, kann durch die Luft-Thermographie geleistet werden. Möchte man darüber hinaus weitergehende Prüfungen seiner Anlage durchführen, so kann auch eine visuelle Begutachtung der Anlage und eine Leistungsmessung durchgeführt werden. Eine Dokumentation sollte in allen Fällen geschehen.

Zuordnung Fehler
Zuordnung der festgestellten Fehler
Fehlerart Modulleistung kWh / kW pro Jahr Betroffene Leistung Finanzieller Verlust pro Jahr Finanzieller Verlust nach 15 Jahren
Summe 6.386 W 2.407 € 36.111 €
Bypass-Diode 180 W 900 68 W 26 € 390 €
3x Ausgefallener String (35 Module) 230 180 900 6.300 W 2.381 € 35.721 €

Beispielrechnung einer PV-Anlage

Welche Geräte kommen zum Einsatz?

Zur Analyse der Photovoltaik-Anlage werden ferngesteuerte Drohnen und Multicopter mit Wärmebildkamera eingesetzt. Diese Methode ist eine sichere und preisgünstige Variante Ihre PV-Anlage zu inspizieren. Eine solche Thermografie-Inspektion mit Drohnen ist selbstverständlich versichert. Alle Piloten bei ucair haben eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung.

Warum Solarteure und Fachbetriebe beauftragen?

Die Wartung und Inspektion von Photovoltaikanlagen sollte nicht von Laien durchgeführt werden. Eine genauere Beurteilung der Photovoltaikanlage kann vor allem mit Hilfe spezieller Geräte erfolgreich durchgeführt werden. Zudem sind Fachwissen und Erfahrung nötig, um die Photovoltaikanlage sachgemäß prüfen und bewerten zu können.

"Wichtig ist, dass sie gute Arbeit leisten und sicherheitsrelevante Aspekte in Bezug auf Arbeitssicherheit einhalten."

Stefan Wagner / WAGNER Haus- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG

Wartungsvertrag

Für eine geregelte Wartung kann man einen Wartungsvertrag abschließen. Dadurch können Leistungsminderungen frühzeitig erkannt werden. Ebenfalls gilt der Wartungsvertrag als eine Art Dokumentation für die Versicherung.

Der Preis wird oft nach kWp berechnet. Ein Austausch oder die Reparatur von Modulen sind meist nicht in der Wartung enthalten. Diese umfasst lediglich die regelmäßige Überprüfung und Fehleranalyse. Entsprechende Reparaturarbeiten werden durch Solarteure und Fachbetriebe gesondert durchgeführt.

"Ein Wartungsvertrag macht Sinn, da die ganze Anlage durchgecheckt wird. Dabei wird auch geprüft ob alle Strings, Befestigungen und elektrischen Klemmstellen in Ordnung sind."

Stefan Gerauer / Elektrotechnik & Photovoltaik Meisterbetrieb Stefan Gerauer